Von Till BurgwÄchter
Es ist an der Zeit, ein Festival zu feiern, wie es so gebaut in Deutschland nirgendwo ein zweites gibt. Hier ist es zu Haus. Aus dem norddeutschen Dorf, das als erstes nur nach dem Reinheitsgebot des Heavy Metal lärmte und noch bis heute lärmt. Wacken.

Das Wacken Open Air ist zweifellos der FC Bayern unter den Festivals. Für Till Burgwächter Grund genug, dem Heavy Metal-Disneyland ein ganzes Buch zu widmen. Das Werk liefert wichtige Erkenntnisse zu den Themen Bier und Urin, klärt die Herkunft solch mysteriöser Sagengestalten wie Helga und stellt ein für allemal fest: Das hier ist kein Kindergeburtstag!

»Die Wahrheit über Wacken« erscheint im Mai 2011 in einer Neuauflage - mit zum Teil neuen Glossen! Ansonsten stehen die gleichen Texte drin wie 2005 und 2007. Also quasi wie in Wacken, nur ohne Musik.

»›Die Wahrheit über Wacken‹ sollte jeder Wacken-Fan gelesen haben. Jeder!« (Powermetal.de)
Textprobe gefällig?

Aus dem Wacken A-Z: Dixis, die

Eines der ganzen großen NEINs ist das Kacken in Wacken. Man muss seinen Arsch nicht
unbedingt abgöttisch lieben, um ihm einen Knutscher mit den vollgesifftesten Klobrillen der
nördlichen Hemisphäre zu ersparen. Der Selbsterhaltungstrieb reicht da völlig aus.

Denn
was kann man sich auf den Dixis nicht alles holen? Oder schneller, was könnte man sich
alles nicht holen? Husten und Schnupfen, das war’s dann aber auch. Trotz jährlich
wiederkehrender Beteuerungen der Veranstalter, man würde diese Orte der
Verdauungsverdammnis beim nächsten Mal ganz sicher stündlich mit Sagrotan
abspritzen, die Kotparade scheint immer noch größer zu werden. Das muss man weder
sehen noch riechen und als allerletztes am eigenen Körper spüren.

Bereits am Freitag
stapeln sich die prächtigen Ausscheidungen der lieben Mitmenschen in der dritten Etage,
was nichts anderes heißt, als dass die gesammelten Werke der Vorgänger zehn
Zentimeter über den Klobrillenrand lugen. Wer sich da hinsetzt, setzt sich mitten rein. Ein
Gefühl, das man von der Ledersitzheizung im Auto kennt, wobei man da wenigstens eine
Hose anhat.

Doch selbst wenn die schokoladenfarbigen Bergzipfel nicht in den Himmel
ragen: Wer weiß schon, was der Vorgänger gegessen hat, wann er das letzte Mal gegen
Räude geimpft wurde und wo dieser Arsch in seinem Leben schon überall war? Vom
Schweiß mal gar nicht zu reden. Nö, im Leben nicht. Wenn gar nicht anders möglich, ist
das Maisfeld eine Alternative, ansonsten Backen zusammen und das ganze Päckchen mit
nach Hause nehmen. Dixi, der Lateiner hat gesprochen!
Leseprobe

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Der Autor

Till Burgwächter wird 1975 direkt in der Hölle (südliche Lüneburger Heide) geboren, etwas mehr
als eine Minute später führt sein Weg steil nach oben: Autor bei einem Braunschweiger Stadtmagazin, abgebrochenes Studium,
Aushilfsjobs, schließlich freier Mitarbeiter beim Metal Hammer, Übersetzer von Musikerbiografien zu Hungerlöhnen,
diverse Veröffentlichungen in Magazinen und Anthologien, Kolumnist für das Katalogmagazin Blast! und das Literaturmagazin
Federwelt, rund 160 Lesungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die ganze Nummer halt. Als Verfasser der Heavy Metal-Satire
»JGTHM - Juhr Gait Tu Hewi Mettäl« erhält er gleich von mehreren Szenepäpsten Einträge ins Klassenbuch,
mit dem Nachfolger »Schmerztöter« ergeht es ihm nicht besser. Mit dem Glossenband »Sorry, aber so isses!«
wagt sich Burgwächter erstmals an Themen wie Frauen, Mofafahrer (einarmige) und Schäferhunde. Till Burgwächter ist
überzeugter Open Air-Griller, fanatischer Brauerei-Befürworter und überhaupt ein total sympathisches Kerlchen. Der
feine Herr lebt als freier Autor/Journalist immer noch zwischen Harz und Heide und geht da auch nicht weg. |
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Zitat
Das Wacken Open Air ist zweifellos der FC Bayern unter den Festivals.

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Die Wahrheit über Wacken
Wacken von A - Z
Von Till Burgwächter
Verlag Andreas Reiffer, Neufauflage Mai 2011
118 Seiten, ISBN 978-3-934-89635-2

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Verlag Andreas Reiffer

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